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X. London Marathon - "Simply the Best!" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Ulf Bosch   
Tuesday, 3. May 2005

Der Wettkampftag begann um 6:30 Uhr. Zum ersten Mal fuhr ich nicht wie sonst mit der Dockland Light Railway zum Start nach Blackheath, sondern nahm den Shuttelbus. Dies stellte sich als eine gute Idee heraus, da mir so der steile Anstieg bei Greenwich Park erspart blieb. Schon auf der Busfahrt entlang der Themse wurde deutlich, dass die äußeren Bedingungen heute nahezu ideal sein würden: Strahlend blauer Himmel und 9 Cº Lufttemperatur. Lediglich ein wenig Wind blies aus westlicher Richtung.

Um einen schnellen Start zu gewährleisten, gibt es in London insgesamt drei getrennte Starterfelder, die nach einigen Meilen aufeinander treffen. Als Sub-3 h Läufer war ich der ersten Box zugeordnet, was mir eine viel bessere Ausgangsposition als bei meiner ersten Teilnahme verschaffte. Damals war ich als „Middle of the Pack“-Läufer in einer der hinteren Boxen gelandet. Dies hatte zur Folge, dass es geschlagene 10 Minuten dauerte, bis ich die Startlinie überqueren konnte. Anno 1996 gab es auch noch keine individuelle Erfassung der Start- sondern lediglich der Endzeiten. Für alle, die hinten standen, war das Rennen quasi schon gelaufen, bevor es begonnen hatte. Heute, im Zeitalter von Echtzeit-Erfassung mit Championchip und direkter SMS-Benachrichtigung aufs Handy, ist dies beinahe undenkbar.

Start: 45 Minuten nach dem Start der Elitefrauen erfolgte der Massenstart für den Rest von uns. Was viele überraschte, waren die Hügel auf den ersten 5 km. Um meine Beine nicht zu diesem frühen Zeitpunkt gleich zu malträtieren, ging ich auf den langezogenen Gefällen etwas vom Gas.

Die ambitionierte Läufergruppe, in der ich mich befand, legte ein rasantes Anfangstempo vor. Zwar hätte ich für meine angestrebte Zeit knapp unter 3 h durchaus einen Gang runterschalten können, da ich aufgrund einiger Sprinteinheiten jedoch eine gewisse Tempohärte mitbrachte, zog ich erst einmal mit. Schließlich konnte man später immer noch „langsam machen“.

Km 10: Mit dem historische Handelsklipper Cutty Sark präsentierte sich kurz nach der 10 km-Marke das erste Highlight des Kurses. Obwohl noch recht früh am Morgen, war die Stimmung hier schon richtig beeindruckend und ich erhielt viele motivierende Zurufe. Der Split von 0:37 h lieferte mir zusätzlich eine erste beruhigende Standortbestimmung.

Ich konzentrierte mich auf meinen Rhythmus, meine Technik und dass ich regelmäßig trank. In London ist die Angst nicht genug zu Trinken zu bekommen völlig unbegründet. Hier werden den Läufern an insgesamt 23 (!) Stationen mit Wasserflaschen versorgt. Zusätzlich gibt es an 5 Stellen den vom Veranstalter eigenproduzierten Isodrink Lucozade. Das Getränk ist nicht schlecht, wenn es nur nicht so klebrig wäre. Im Umkreis von 100 m um die Stationen bleiben die Laufschuhe geradezu am Asphalt kleben.

Mittlerweile machte sich auch die Sonne bemerkbar. Aufgrund eines katastrophalen Hitzelaufs vor einigen Jahren, bei dem sich die vorderen Läufer mit den Getränken abkühlten und das hintere Feld leer ausging, hat der Veranstalter mehrere Duschkorridore am Streckenrand aufgestellt. Obwohl es an den verregneten Vortagen nicht danach ausgesehen hatte, wurden diese heute zahlreich in Anspruch genommen.

Ulf Bosch beim X. London Marathon
Ulf Bosch beim X. London Marathon: Ich konzentrierte mich auf meinen Rhythmus, meine Technik und dass ich regelmäßig trank.


 
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