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Koffein als Lipolyse-Aktivator/Koffein-leistungssteigernd? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kai Baumgartner   
Thursday, 7. August 2003

Koffein fördert in der Tat die Freisetzung von Fettsäuren aus den Fettdepots. Aber erst ihr vermehrter Umsatz (Fettverbrennung zur ATP-Bereitstellung) bringt Resultate beim Körperfettgehalt und dazu gehören nachgeschaltete Belastungsumfänge und -intensitäten. Vorsicht vor zuviel Kaffee, denn Koffein hat eine harntreibende Wirkung und steht außerdem bei Missbrauch auf der Dopingliste! Erlaubt sind daher maximal drei Tassen pro Tag. Ansonsten kann auch der gefürchtete "Gefäßwand-Killer" Homocystein in krankmachende Konzentrationen über 10 µmol/l ansteigen. Als Alternative bietet sich Guarana an, das eine vergleichbare Wirkung wie Koffein hat, allerdings ohne den unerwünschten harntreibenden Effekt.
in: Puls aktiv
Jgg. 5, 1 (2002)

Koffein - Leistungssteigernd?
Koffein ist im Sport eine "regulierte" Droge, die auf der Dopingliste steht. Das bedeutet, der Athlet darf bis zu einer gewissen Grenze Koffein zuführen, da dieses natürlicherweise oder künstlich in zahlreichen Lebens- und Genussmitteln vorkommt (Kaffee, Softdrinks, Schokolade, Kakao). Übersteigt die Koffeinkonzentration im Urin allerdings einen bestimmten Grenzwert (12 μg/ml), so gilt der Befund als Doping positiv. Um solche Werte zu erreichen, müssen erhebliche Mengen Koffein (> 6-8 mg/kg Körpergewicht, das entspricht mindestens vier bis fünf Tassen schwarzen Kaffees oder drei bis vier Liter Cola) zugeführt werden, wobei es große individuelle Schwankungen gibt. In Laborversuchen konnten bei bereits viel niedrigeren Dosierungen ( < 3 mg/kgKG) eindeutig leistungsfördernde Effekte vor allem bei Ausdauerbelastungen nachgewiesen werden, ohne dass die festgelegte Höchstgrenze im Urin überschritten wurde. Dabei wurde wiederholt beobachtet, dass das Koffein in natürlichen Lebensmitteln (z.B. Kaffee) deutlich weniger wirksam zu sein scheint als die gleich hohe Koffeinmenge in Tablettenform. Die stimulierende Wirkung des Koffeins mit einer Verbesserung von Antrieb, Stimmung, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit macht sich vor allem im ermüdeten Zustand bemerkbar und dürfte hauptsächlich für die Leistungssteigerung bei Langzeitbelastungen verantwortlich sein. Daneben werden auch eine verminderte Kaliumausscheidung aus der Muskelzelle und eine Verbesserung der Fettverbrennung und dadurch bedingte Glykogeneinsparung (allerdings nur in den ersten 15 Minuten einer Belastung nachweisbar) als leistungssteigernde Wirkungsmechanismen unter Fachleuten diskutiert.

Es hat sich im Triathlon auf der Langdistanz eingebürgert, dass koffeinhaltige Cola-Getränke zumindest ab der Marathonstrecke angeboten und von den Athleten auch gerne reichlich konsumiert werden. Da die Athleten zu diesem Zeitpunkt in der Regel bereits mehr oder weniger ermüdet sind, stellt sich die Frage, ob der geringe Koffeingehalt dieser Getränke in der Lage ist, in dieser Situation eine stimulierende, ermüdungsmindernde und damit leistungssteigernde Wirkung zu erzielen. Ein Liter Coca Cola enthält 128 mg Koffein. Das entspräche einer Zufuhr von etwa 2 mg/kg Körpergewicht und läßt eine leistungssteigernde Wirkung möglich erscheinen. Gegenwärtig gibt es allerdings noch keine Untersuchungen und auch keine gesicherten Hinweise, ob die Zufuhr von Cola-Getränken im Langzeitausdauerbereich über ihre Flüssigkeits- und Kohlenhydratkomponente hinaus einen leistungssteigernden Effekt bewirkt. Unter Dehydratationsbedingungen muss etwa ab einem Konsum von 2,5 -3,5 Liter mit einem positiven Dopingbefund gerechnet werden. Es sei hier auch darauf hingewiesen, dass Coca Cola keinesfalls ein ideales Rehydratationsgetränk ist. Coca Cola ist durch seinen hohen Zuckergehalt von bis zu 130 mg/1 stark hyperton und enthält nur geringe Mengen Natrium. Beim Genuss sehr großer Mengen, vor allem in unverdünnter Form, muss deshalb vermehrt mit auftretenden Störungen gerechnet werden. Koffein entfaltet eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, die die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit im Sinne einer Übererregung auch drastisch vermindern können. Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Muskelzittern und -zucken, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, vermehrte Wasserausscheidung und Magenbeschwerden sind nur einige davon. Allerdings ist es individuell sehr unterschiedlich, wie der einzelne Sportler darauf reagiert. Es muss hier nochmals eindringlich darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der Einnahme von Koffein in Tablettenform nicht um eine Nahrungsergänzung, sondern einzig und allein um eine Manipulation im Sinne der Leistungssteigerung handelt. Werden dabei die Uringrenzwerte überschritten, so ist der Sportler Doping positiv und muss mit entsprechenden Sanktionen rechnen. Die Einnahme von Koffein in Tablettenform ist zumindest aus ethischer Sicht im Sport absolut abzulehnen!
Quelle: sportsCARE Nr. 01/2000, Dr. Loges + Co. GmbH


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